Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Christian von Groddeck
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Individuelle Gesundheitsleistungen auf dem Prüfstand. Was kostet / bringt eine PZR oder Augeninnendruckmessung? Individuelle Gesundheitsleistungen auf dem Prüfstand.
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IGeL Leistungen | Wie Meinungen durch Interessen beeinflusst werden

 

Eine Umfrage unter 440 Hausärzten, Kinderärzten und Gynäkologen ergab, dass 64,8 % der Ärzte die zusätzlichen Leistungen für medizinisch sinnvoll halten und zudem davon überzeugt sind, dass diese Leistungen ihren Patienten zusätzlichen Nutzen bringen (Deutsches Ärzteblatt 2010, Band 107, Heft 31, S. 127 data.aerzteblatt.org/pdf/107/31/s127.pdf).

IGeL Leistungen wie die PZR (professionelle Zahnreinigung) und die Augeninnendruckmessung auf dem Prüfstand. Kosten- / Nutzenanalyse Bild Copyright: Michael von Groddeck

Auch der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Gesetzlichen Krankenkassen (MDS) hat 31 IGeL-Leistungen bewertet (Stand: 27.07.2013). Keine der Leistungen wurde mit ‚positiv’, nur 3 (10 %) mit ‚tendenziell positiv’, 12 (39 %) mit ‚unklar’, 8 (26 %) mit ‚tendenziell negativ’ und 4 (13 %) mit ‚negativ’ bewertet (MDS 2013, www.igel-monitor.de/IGeL_A_Z.php).

Die Bewertung der IGeL-Leistungen durch Ärzte und gesetzliche Krankenkassen ist also gegensätzlich. Es ist offenkundig, dass die Bewertungen sehr stark von den jeweiligen Interessenlagen bestimmt werden.

Meinungen zu Igelleistungen #61082605 - brain with arms, legs and handcuffs © fabioberti.itSo schreibt Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, „dass es bei den IGeL-Leistungen häufig vor allem um wirtschaftliche Interessen von Ärzten und nicht um die Gesundheit der Patienten geht.

(www.gkv-spitzenverband.de/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_38464.jsp).

Dies ist natürlich billige Polemik, denn bei gesetzlichen Versicherungen verhält es sich auch nicht anders. Klaus Rinkel, stellvertretender Vorsitzender des Hartmannbunds, äußert dazu „Die GKV würde noch lange nicht alle sinnvollen Leistungen bezahlen“ (Meißner 2012 data.aerzteblatt.org/pdf/109/43/a2114.pdf). Der Präsident der Bundesärztekammer Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, hält die Bewertung ‚unklar’ des medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) für „wissenschaftlich sehr fragwürdig“ und bemängelt zudem die Transparenz bezüglich der Bewertung und des Teams (Flintrop und Rieser 2013, data.aerzteblatt.org/pdf/110/14/a641.pdf).

Ratschläge für Patienten

 

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